artec architekten

Dipl. Ing. Gerd Kaut Architekt BDA

 

standpunkt

 

Prinzipielles Anliegen ist uns, die Präsenz und die Wertschätzung von Architekten und Architektinnen überall dort, wo mit Architektur gehandelt wird, zu vermitteln. Als Architekten BDA tragen wir persönliche Verantwortung für Qualität in allen Bereichen des Bauens, nicht nur treuhändlerisch dem Bauherrn gegenüber, sondern auch für Gesellschaft und Umwelt. Im Zeitalter der materiellen Sättigung unseres Kulturkreises wird heute der Ruf nach Werten wieder vernehmbar. Auch Investoren erkennen über die Rendite hinaus zunehmend wichtige Verkaufs- und Vermietungsargumente wie Atmosphäre, Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Energie, Umwelt oder Schönheit. In diesem Sinne möchten wir den Konsens für Qualitätsmaßstäbe erweitern.

 

visionen

 

Es mag absurd sein, bei runden Daten Rückschau zu halten. Aber die Sehnsucht nach Momenten des Erinnerns ist mächtig und das Ergebnis kann hilfreich sein, die Vergangenheit mit Distanz zu betrachten. Vision ist das Zauberwort, das die großartigsten wie schrecklichsten Ereignisse dieses Jahrhunderts aufruft. Visionen, die Architekten seit jeher beschäftigen und Dank technischer Innovation immer wieder beflügelt. Visionen, wie sie Corbusier ohne Zweifel der bedeutendste und umstrittenste Visionär des Architekturjahrhunderts geprägt haben, sind letztendlich zu einem Kulturerbe der Menschheit geworden (als Beispiel sei die Kirche in Ronchamp genannt). Visionen, die aber auch leicht zum Größenwahn umkippen, wenn man blinde Technik-Gläubigkeit oder männliche Allmachtsphantasien ins Spiel kommen lässt. Visionen, die sich in technischer Monumentalleistung, neuen Städten und utopischen Gebäuden äußern, gestützt von katastrophaler Selbstüberschätzung, wie sie die Kriegsarchitektur geprägt hat, aber auch der Wohnungsbau der ausgehenden 60ziger Jahre mit seinen Wohnmaschinen.

 

Wo geht es hin?

Sicherlich zu einer Abkehr von den großen urbanistischen Ideologien, hin zu der genauen Beobachtung, dem spezifischen Eingriff am jeweiligen Ort unter Einbeziehung des scheinbar Nebensächlichen. Visionäre im Sinne der Evolution sollen die entscheidenen Fragen und Aufgaben der Zukunft lösen, die festzumachen sein werden, an den Nutzungsansprüchen der Bewohner: Die Veränderung des Baues durch Veränderung unserer Ansprüche bei Arbeit und Wohnen, Veränderung des Bauens durch den Einfluss der Informationssysteme und -mittel und verändertes Bauen aus der Notwendigkeit heraus, Ressourcen und Energien nachhaltig einzusparen. Umweltschutz und Ressourcenschonung sind dabei die herausragenden Themen, wobei hier die Frage auch beantwortet werden muss, ob die Zersiedelung unserer Landschaften in der bisher festzustellenden Art weitergehen kann oder nicht. Verdichtete Stadträume mit hoher Lebensqualität und kurzen Wegen sowie einer gesunden Durchmischung von Arbeiten und Wohnen müssen mindestens gleichermaßen gefragt sein, wie die Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Einsatz recycelfähiger Baustoffe. Ein Hauptaugenmerk wird darauf gelegt werden, Gebäude umnutzbar zu planen, so dass die vorherrschende Wegwerfmentalität beendet wird (Beispiel: Aufgabe der alten Dorfstrukturen zugunsten des Wohnens am grünen Hang auf kleinem Grundstück). Konzepte nach-haltigen Bauens werden sich mit den derzeit existierenden Möglichkeiten zur Gebäudeoptimierung auseinandersetzen müssen. Eine Gebäude-optimierung, die sich wieder weg bewegt von hoch gezüchteten technischen Einrichtungen. Natürliche Belichtung, natürliche Belüftung und die Einbeziehung der Nutzung der passiven Sonnenenergie werden uns wieder dahin bringen, wo die Geschichte des Bauens begonnen hat, nämlich zu der Beachtung unserer Klimazonen.

 

Letztendlich wird aber all dies nur Grundsubstanz bleiben, die als Herausforderung schon immer bestand. Architektur wird aber mehr sein wollen, mehr um sich abzuheben von den Bauten der Spekulanten hin zu den wahren Architekturwerten. Vielleicht wird es letztendlich darum gehen, wieder träumen zu dürfen, diese grandiose menschliche Fähigkeit dazu einzusetzen, auf die Vorstellung des Menschen vom Wohnen im weitesten Sinne wieder einzugehen. Vielleicht liegt hierin die große architektonische Herausforderung der vor uns liegenden Zeit.